Radreise Saale-Radweg
Geschrieben von Peggy am 03. November 2026
Im Juni 2025 starteten wir unsere Radreise entlang des Saale-Radweges und fuhren in 7 Tagen 423 km von Zell im Fichtelgebirge nach Barby. Am 8. Tag hängten wir noch eine kurze Etappe (45 km) von Barby bis nach Magdeburg entlang der Elbe an.
Die Abschnitte planten wir mit Hilfe des bikeline Radtourenbuches Saale-Radweg [1] und buchten alle Unterkünfte im Vorfeld.
Der Saale-Radweg führt von der idyllischen Saale-Quelle im Fichtelgebirge bis zur Mündung in die Elbe bei Barby. Auf seinem Weg durch Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt zeigt sich die Saale von ihren unterschiedlichsten Seiten – mal wild und kurvenreich, mal gemütlich und sanft durch weite Flusslandschaften.
Unterwegs warten beeindruckende Landschaften und jede Menge Entdeckungen: die fjordähnliche Kulisse der Thüringer Saalekaskade mit der mächtigen Bleilochtalsperre, romantische Flusstäler, dichte Wälder und eine erstaunliche Dichte an Burgen und Schlössern. Hoch über dem Fluss thronen etwa die Leuchtenburg und die Dornburger Schlösser und bieten traumhafte Ausblicke auf das Saaletal.
Auch Kultur und Genuss kommen nicht zu kurz. Historische Städte wie Saalfeld, Jena und Naumburg laden zum Verweilen ein.
Dabei überrascht der Radweg immer wieder mit seinem wechselnden Charakter: während der obere Abschnitt mit hügeligen Landschaften und einigen anspruchsvolleren Anstiegen sportliche Radler fordert, wird die Strecke flussabwärts zunehmend gemütlicher und führt durch weite Auen und idyllische Dörfer.
Auf der nachfolgenden Übersichtskarte sind die einzelnen Etappen abwechselnd in gelb und blau dargestellt.
Für die Anfahrt mit der Bahn nach Münchberg, die ersten Kilometer nach Zell und einen kurzen Abstecher zur Saale-Quelle planten wir den eigentlichen ersten Tag ein.
(Kartengrundlage: OpenStreetMap https://www.openstreetmap.org/copyright)
Anreisetag¶
Das Radabenteuer begann mit einer Bahnfahrt nach Münchberg. Von dort ging es auf dem Fahrrad durch die idyllische Landschaft des Fichtelgebirges nach Zell. Ein erster kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Tage erwartete uns am Ursprung unserer Reise: der Saale-Quelle am Großen Waldstein. Hier entspringt die Saale, die uns auf den nächsten Etappen viele Kilometer lang begleiten wird. Ein schöner Ort, um innezuhalten und die ersten Erinnerungsfotos zu machen.
Tag 1¶
Die erste richtige Radetappe führte uns von Zell entlang der Saale in Richtung Rudolphstein. Unterwegs warteten bereits einige schöne Fotomotive: am Saalewehr in Schwarzenbach hielten wir ebenso für einen Schnappschuss an wie an der imposanten Talbrücke der A72, die sich eindrucksvoll über das Tal spannt. Zeit für eine gemütliche Pause blieb im Landgasthof Fattigsmühle. Gut gestärkt ging es anschließend weiter durch die abwechslungsreiche Landschaft des Saaletals bis nach Rudolphstein, wo der erste Radtag seinen Ausklang fand.
Tag 2¶
Der zweite Radtag führte uns von Rudolphstein nach Walsburg. Hier begegneten wir wieder einem Stück deutscher Geschichte: ein Teil unserer Strecke verlief über den ehemaligen Kolonnenweg entlang der einstigen innerdeutschen Grenze. Da wir in den vergangenen Jahren bereits auf dem Deutsch-Deutschen Radweg unterwegs waren, kam uns dieser Wegabschnitt durchaus vertraut vor.
Landschaftlich wurde es nun besonders reizvoll. Wir passierten die imposante Bleilochtalsperre und erreichten wenig später die beeindruckende Saaleschleife. Vom Saaleturm aus bot sich uns ein herrlicher Blick auf die weit geschwungene Flussschleife und das malerisch gelegene Schloss Burgk, das hoch über der Saale thront. Ein Ausblick, für den sich der kleine Abstecher auf jeden Fall gelohnt hat.
Weiter ging es entlang der abwechslungsreichen Uferlandschaft zur Talsperre Burgkhammer. Auch eine schöne Holzbrücke gehörte zu den kleinen Highlights dieser Etappe und bot eine willkommene Gelegenheit für einen kurzen Halt.
Doch ganz ohne sportliche Herausforderung sollte dieser Radtag nicht zu Ende gehen: kurz vor unserem Tagesziel in Walsburg wartete noch ein ordentlicher Anstieg mit satten 16 Prozent Steigung auf uns. Hier war dann für mich Schluss mit dem Radfahren – zumindest vorübergehend. Die letzten Höhenmeter legte ich schiebend zurück. Eine echte Herausforderung zum Abschluss eines ansonsten landschaftlich wunderschönen Radtags.
Tag 3¶
Der dritte Radtag führte uns von Walsburg nach Saalfeld. Ein besonderes Erlebnis gleich zu Beginn war die Überfahrt mit der Mühlenfähre bei Linkenmühle. Auf dem Wasser konnten wir einen ganz neuen Blick auf die reizvolle Landschaft rund um den Stausee genießen.
Anschließend radelten wir entlang der Talsperre Hohenwarte, die mit ihrem imposanten Pumpspeicher-Kraftwerk auch technisch einiges zu bieten hat. Der Hohenwarte-Stausee ist Teil der fast 80 Kilometer langen und fünffach gestuften Saalekaskade. Zu dieser gehören neben der Talsperre Hohenwarte auch das Ausgleichsbecken Eichicht, das Ausgleichsbecken Burgk, die Talsperre Walsburg und der Bleiloch-Stausee. Eine beeindruckende Verbindung aus Natur, Wasserlandschaft und Energiegewinnung, die diesen Abschnitt des Saaletals prägt.
Unterwegs erwischten uns allerdings die ersten Regenschauer, sodass wir zwischendurch auch einmal die Regenkleidung zum Einsatz bringen mussten. Zum Glück blieb es nicht den ganzen Tag dabei: bei schönem Wetter erreichten wir schließlich Saalfeld und konnten den dritten Radtag doch noch mit Sonnenschein ausklingen lassen.
Tag 4¶
Am vierten Radtag führte uns unsere Tour von Saalfeld weiter entlang der Saale in Richtung Jena. Unterwegs passierten wir Rudolstadt, dessen Stadtbild von der hoch über der Stadt thronenden Heidecksburg geprägt wird. Ein imposanter Anblick, der uns einen kleinen Eindruck von der historischen Bedeutung der Region vermittelte.
Weiter ging es durch das schöne Saaletal, vorbei an Orlamünde, auf das wir einen herrlichen Blick genießen konnten. Ein weiteres Highlight wartete bei Kahla auf uns: die weithin sichtbare Leuchtenburg, die majestätisch auf einem Berg über dem Saaletal thront. Mit ihren markanten Mauern und Türmen ist sie schon von Weitem ein echter Blickfang.
Schließlich erreichten wir Jena, wo wir den Tag gemütlich ausklingen ließen. Schon von Weitem begrüßte uns der markante JenTower, der als Wahrzeichen der Stadt die Skyline prägt. Am Abend erkundeten wir die lebendige Innenstadt und ließen uns durch die Gassen treiben.
Eine besondere Empfehlung für den Abend ist das Gasthaus & Bar Wein-Tanne [7]. Hier erwartet euch eine hervorragende Auswahl an Drinks und eine wirklich tolle, fachkundige Beratung. Wer gerne neue Getränke entdeckt oder einfach einen schönen Abend bei einem guten Drink verbringen möchte, ist hier genau richtig. Für uns ein gelungener Abschluss eines abwechslungsreichen Radtags.
Tag 5¶
Der fünfte Radtag führte uns von Jena weiter saaleabwärts bis nach Leißling. Dieser Streckenabschnitt stand ganz im Zeichen von Burgen und Schlössern, die immer wieder hoch über dem Saaletal auftauchten und für eine besonders reizvolle Kulisse sorgten.
Gleich zu Beginn warteten die prachtvollen Dornburger Schlösser auf uns. Majestätisch liegen sie auf einem Muschelkalkfelsen über dem Saaletal und bieten einen beeindruckenden Anblick. Ein Abstecher führte uns anschließend zur geschichtsträchtigen Rudelsburg, die ebenfalls hoch über dem Fluss thront. Auch unterwegs gab es immer wieder historische Bauwerke zu entdecken. So konnten wir den Naumburger Dom aus der Ferne bestaunen, auch wenn wir Naumburg selbst diesmal links liegen ließen. Ebenso passierten wir die Schönburg, die sich malerisch über dem Saaletal erhebt.
So reihten sich an diesem Tag zahlreiche Burgen und Schlösser wie Perlen an einer Kette entlang unserer Route. Die abwechslungsreiche Landschaft und die vielen historischen Bauwerke machten diese Etappe zu einer besonders eindrucksvollen Reise durch die Geschichte der Saaleregion. Schließlich erreichten wir Leißling und ließen einen weiteren erlebnisreichen Radtag hinter uns.
Tag 6¶
Der sechste Radtag führte uns von Leißling weiter flussabwärts bis nach Wettin. Auch heute warteten wieder einige interessante Städte und Sehenswürdigkeiten entlang der Saale auf uns.
Unsere Route führte uns zunächst durch Weißenfels und weiter nach Bad Dürrenberg. Dort fiel uns besonders der markante Borlachturm ins Auge, der an die lange Tradition der Salzgewinnung in der Region erinnert. Wenig später konnten wir Leuna in der Ferne erkennen, bevor wir Merseburg erreichten. Hier legten wir einen etwas längeren Stopp ein, um das beeindruckende Merseburger Schloss zu besichtigen. Gemeinsam mit dem benachbarten Dom bildet es ein wunderschönes historisches Ensemble.
Anschließend ging es weiter in Richtung Halle. Die Saale begleitete uns durch die abwechslungsreiche Landschaft bis in die Umgebung der Großstadt. Die Innenstadt von Halle ließen wir diesmal allerdings links liegen und setzten unsere Fahrt direkt in Richtung Norden fort.
Schließlich erreichten wir Wettin, unser Tagesziel. Wieder lag ein abwechslungsreicher Radtag hinter uns, an dem sich historische Städte, beeindruckende Bauwerke und schöne Abschnitte entlang der Saale miteinander abwechselten.
Tag 7¶
Der siebte Radtag war zugleich unsere letzte Etappe entlang der Saale. Von Wettin aus machten wir uns auf den Weg nach Barby, wo die Saale nach vielen Kilometern schließlich in die Elbe mündet. Unterwegs passierten wir das Schloss Plötzkau, bevor wir Bernburg erreichten. Dort beeindruckte uns vor allem das imposante Schloss Bernburg, das hoch über der Saale thront und das Stadtbild eindrucksvoll prägt.
Eigentlich hatten wir geplant, mit der Saalefähre bei Groß-Rosenburg den Fluss zu überqueren. Leider machte uns die Fähre an diesem Tag einen Strich durch die Rechnung, denn sie war nicht in Betrieb. So blieb uns nichts anderes übrig, als einen Umweg in Kauf zu nehmen. Über gleich zwei Elbe-Fähren fanden wir schließlich doch noch unseren Weg nach Barby. Eine kleine ungeplante Zusatzrunde, die unseren Radtag etwas verlängerte.
Als wir unser Tagesziel erreichten, zog allerdings ein kräftiger Regenschauer auf. Deshalb beschlossen wir kurzerhand, die Besichtigung der Saale-Mündung in die Elbe auf den nächsten Morgen zu verschieben. Schließlich wollten wir diesen besonderen Moment unserer Reise nicht einfach im Regen abhaken.
Damit endete unser letzter Radtag an der Saale – mit vielen schönen Eindrücken, einem kleinen Umweg und der Vorfreude auf den nächsten Morgen, an dem wir uns noch einmal ganz bewusst vom Saale-Radweg verabschieden wollten.
Tag 8¶
Der achte Tag begann mit einem besonderen Moment unserer Reise: am Morgen holten wir die Besichtigung der Saale-Mündung nach. Hier fließt die Saale nach ihrer langen Reise durch drei Bundesländer in die Elbe. Natürlich durfte ein Erinnerungsfoto nicht fehlen – ganz so, wie wir es bereits an der Saale-Quelle am Großen Waldstein gemacht hatten. Damit hatten wir nun auch fotografisch den Anfang und das Ende unseres Saale-Abenteuers festgehalten.
Anschließend überquerten wir bei Barby die Elbe über die Elbbrücke. Die 757 Meter lange ehemalige Eisenbahnbrücke verfügt über einen eigenen Steg für Fußgänger und Radfahrer und bot uns eine interessante Möglichkeit, den großen Strom zu passieren.
Von dort aus führte uns die Route entlang der Elbe weiter in Richtung Magdeburg. Unterwegs kamen wir am Schloss Dornburg vorbei, das sich malerisch in die Landschaft einfügt und einen weiteren schönen Zwischenstopp auf unserer Tour darstellte.
In Magdeburg angekommen, ließen wir den Tag mit einer Besichtigung der Landeshauptstadt ausklingen. Besonders beeindruckend waren der Magdeburger Dom, die farbenfrohe Grüne Zitadelle von Friedensreich Hundertwasser und das imposante Rathaus. Eine abwechslungsreiche Mischung aus Geschichte, Architektur und außergewöhnlichen Bauwerken bildete den gelungenen Abschluss unserer Reise. Magdeburg hatten wir ganz bewusst als Endpunkt gewählt, da uns die Stadt eine deutlich bessere Bahnverbindung für die Heimreise bot. So ging ein erlebnisreiches Radabenteuer zu Ende, das uns von der Saale-Quelle bis zur Mündung in die Elbe geführt hatte.
Links