Reparatur Gartensolarleuchte

Wer kennt nicht die in den letzten Jahren in allen Gärten sprießenden Solarleuchten? Ich persönlich halte nicht viel davon, es ist in meinen Augen eine sinnlose Resourcenverschwendung und Umweltbelastung. Aber auch in der Verwandschaft haben diese Funzeln Ihre Anhänger. Ich versuche da zumindest darauf hinzuwirken, die Akkulebensdauer über die üblichen ein bis zwei Jahre hinaus zuverlängern, indem im Winter die Akkus alle entnommen, geladen und extra gelagert werden. Im Zuge dessen waren dann auch schon mal vergammelte Lötstellen oder ausgeleierte Schalter zu reparieren oder auch mal ein neuer Akku einzusetzen.

In diesem Jahr wurde wiedereinmal mit einer neuen Ladung, noch günstigerer Leuchten aufgerüstet. Allerdings waren von fünf Leuchten nur drei funktionsfähig. Daneben ist mir bei den identischen Modellen im Nachbarsgarten aufgefallen, dass diese komplett mit Wasser gefüllt waren. Ich habe dann die beiden defekten Exemplare geöffnet und siehe da, der Hersteller lernt dazu. Statt wie früher normale Mignon oder Micro Akkuzellen einzusetzen findet man jetzt eingelötete Knopfzellen, wie im folgenden zu sehen.

Gartensolarleuchte mit eingelöteter Akkuzelle

Solche Zellen sind für den normalen Endverbraucher nicht nur teuer zu beschaffen sondern nur mit Lötkenntnissen zu ersetzen. Ergo, die Lampen fliegen wenn sie nicht mehr funktionieren direkt auf den Müll und es werden neue gekauft - der Hersteller freut sich schon. Wenigsten gab es einen Schalter zum Ausschalten.

Zunächst einmal habe ich dann die Fehlerursache gesucht. Bei beiden Exemplaren waren die Akkuzellen komplett entladen. Zum Aufladen für die 100mAh Akkuzelle benötigt man eine 10mA Konstantstromquelle. Diese habe ich eins zu eins aus dem Horowitz & Hill genommen und noch eine rote Led spendiert um die Ladespannung zu begrenzen. Die Led ist natürlich kein Überladeschutz, man sollte das Aufladen nach 14 Stunden beenden.

Konstanstromquelle zum Laden von 100mA Knopfzellen

Nach dem Aufladen der Akkus haben die Lampen sofort mit dem Leuchten begonnen wenn der Einschalter betätigt wurde, d.h. der Boost Wandler war in Ordnung. Da die Lampen auch in der direkten Sonne weiterhin leuchteten gab es vermutlich ein Problem mit der Solarzelle. Ich habe diese dann abgelötet und festgestellt, das bei einem Exemplar die Solarzelle verpolt angeschlossen war. (Vermutlich weil rot/schwarz an der Solarzelle selbst vertauscht war und dann beim letzten Herstellungsschritt einfach nach Farbe angelötet wurde) Bei der anderen Leuchte war eines der Kabel nicht mit dem Solarmodul verbunden. Das war etwas kniffelliger, da zunächst die Siliconmasse von der Lötstelle weg musste um das Kabel wieder an das Modul anzulöten. Es hat dann aber auch geklappt.

Konstruktiv sind die Leuchten leider auch ein Fehldesign. Wenn es regnet zieht es das Wasser zunächst durch den Kapilareffekt direkt unterhalb des Plastikdeckels der die Solarzelle trägt von oben in das Gehäuse. Dann hangelt es sich entlang der Anschlusskabel zur Platine und fließt von dort über die Led in den Diffusor (der durchsichtige Plastikbecher) ab. Das war gut am nach gerade mal zwei Wochen Außeneinsatz bereits angerosteten Schiebeschalter zu erkennen. Bei drei von fünf Exemplaren waren außerdem die Entwässerungslöcher im Diffusor nicht komplett durchgebohrt, so dass das Wasser nicht ablaufen konnte und die Led nach einiger Zeit im Wasser hing.

Ich bin mal gespannt wie lange diese Dinger halten werden. Qualitativ gesehen sind diese Leuchte eine der schlechtesten die ich seit langem gesehen habe - ein typisches Ergebniss unserer "Geiz ist Geil" Konsum-Mentalität.